Foto von Frau Elvira Wäckerle, 1. Vorsitzende

Elvira Wäckerle

1. Vorsitzende

2024 ist unser Verein 40 Jahre alt geworden – für einen Verein ein stolzes Alter. Und irgendwie ist es ein bisschen wie bei uns Menschen: „Älter zu werden ist überhaupt nicht schwer, solange man es selber nicht mitkriegt.“

In unserem Fall darf man es aber durchaus mitkriegen. Denn als sich der Förderkreis im Mai/Juni 1984 gründete, konnte noch niemand voraussehen, dass er einmal ein so stolzes Alter erreichen würde.

Bereits im Dezember 1983 reifte der Gedanke, einen Verein zu gründen. So wurde am 16. Dezember 1983 zu einer Elternversammlung eingeladen. Dort wurden die ersten Steine für unseren Förderkreis ins Rollen gebracht.

Erich Kästner sagte einmal:
„Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern.“


Unsere Vorgänger waren Menschen, die den Mut hatten, Ideen in die Tat umzusetzen. Menschen, die nicht gezögert, sondern gehandelt haben – genau jene, von denen Erich Kästner spricht, wenn er sagt, dass Vorbilder diejenigen sind, die im entscheidenden Moment ohne Wimpernzucken das tun, wovor andere noch zögern.

So wurde am 28. April 1984 ein Gründungsausschuss gewählt und zugleich der Name unseres Vereins beschlossen. Bereits im Mai 1984 wurde eine Satzung erarbeitet, und am 4. Juni 1984 fand die Gründungssitzung statt. Dort wurde die Satzung verabschiedet und der Verein offiziell gegründet. Im Juli erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister. Herr Werner Sauter wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Unsere Gründerinnen und Gründer konnten damals sicherlich nicht erahnen, welche Entwicklung unser Förderkreis einmal nehmen würde – und wie sehr er in den kommenden Jahrzehnten zu einer unverzichtbaren Stütze für Familien schwerkranker Kinder werden sollte.

Die 40 Jahre verliefen für unseren Verein äußerst erfolgreich. Die Mitgliederzahl stieg stetig, und das Vertrauen in unsere Arbeit wuchs von Jahr zu Jahr. Es waren Jahre voller Engagement, voller Einsatzbereitschaft und oft auch voller Kraftanstrengung. Denn wer sich für kranke Kinder und ihre Familien einsetzt, weiß: Diese Aufgabe ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung – sie ist vor allem eine menschliche.

Bis zum 30-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 konnten wir dank der überwältigenden Unterstützung vieler Menschen und Institutionen insgesamt ca.16.674.984,60Euro an Spenden sammeln. Diese beeindruckende Summe machte es möglich, unsere Kinderklinik in großem Umfang finanziell und materiell zu unterstützen. Vor allem aber machte sie es möglich, Hoffnung und Hilfe dort zu geben, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

In diesen drei Jahrzehnten konnten wir vieles erreichen und entscheidend dazu beitragen, die Situation krebskranker Kinder, die an der Universitäts-Kinderklinik Ulm behandelt werden, spürbar zu verbessern. Unser Förderkreis hat sich im Laufe der Jahre zu einem „gemeinnützigen Unternehmen“ entwickelt – mit einer Vielzahl an Aufgaben, Angeboten und Projekten. Diese Weiterentwicklung fordert uns, sie bringt Verantwortung mit sich, aber sie zeigt auch, wie groß unser Auftrag geworden ist.

Einen ganz besonderen Platz nehmen dabei weiterhin unsere Elternhäuser und die Geschwisterbetreuung ein. Sie sind weit mehr als nur organisatorische Angebote – sie sind Orte der Nähe, der Entlastung und des Zusammenhalts. In den vergangenen 40 Jahren konnten wir insgesamt ca. 460.000 Übernachtungen in unseren Elternhäusern verzeichnen. Seit dem Bau der Sternschnuppe wurden in der Geschwisterbetreuung bereits ca.40.000 Kinder begleitet und betreut. Zahlen, die eindrucksvoll belegen, wie sehr unsere Arbeit gebraucht wird.

Und auch in Zukunft werden wir unseren Weg konsequent weitergehen. Die Ausrichtung des Förderkreises wird sich weiter ergänzen und erweitern – besonders hin zu noch mehr psychosozialer Unterstützung. Mit unserer Nachsorge haben wir erstmals die Möglichkeit geschaffen, professionelle Verknüpfungen zu Verbänden, Ämtern und psychosozialen Teams in ganz Deutschland aufzubauen. Denn gerade nach einer schweren Erkrankung beginnt für viele Familien eine neue Herausforderung: zurück in den Alltag zu finden – mit all den Sorgen, Fragen und Belastungen, die bleiben können.

Eines aber hat sich in all den Jahren nie verändert:
Das Engagement unseres Förderkreises im Kampf gegen Krebs bei Kindern ist ungebrochen.

Nach 40 intensiven Jahren ist es mir deshalb ein großes Bedürfnis, von Herzen Danke zu sagen. Danke an unsere Mitglieder, Kontaktgruppen, Gönner und Sponsoren. Danke an alle Helferinnen und Helfer, die mit anpacken, unterstützen, organisieren, sammeln, spenden und Mut machen. Ohne Sie alle wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Beharrlichkeit und Ausdauer – das sind Eigenschaften, die unseren Förderkreis seit jeher prägen. Und mit genau dieser Kraft wollen wir auch im Jubiläumsjahr und in hoffentlich noch vielen weiteren Jahren beweisen, welche Leidenschaft uns antreibt. Ganz nach dem Motto:

„Hör nicht auf zu lernen. Wissen wächst mit dem Engagement: seltene Klugheit erlangt man nur durch dauernden Einsatz.“

Besonders danken möchten wir auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese Leidenschaft Tag für Tag in so hohem Maße mit uns teilen. Wir verfügen über ein starkes Netzwerk an treuen Unterstützern und Spendern. Unsere Eltern stehen geschlossen hinter unserem Verein. Wir haben verantwortungsbewusste und engagierte Mitglieder. Und auch das Verhältnis zu unserer Klinik hat sich in den vergangenen Jahren weiter vertieft – es könnte nicht besser sein.

„Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“ Das hat schon Cicero erkannt.

Und deshalb bleibt mir am Ende nur eines: Ihnen allen nochmals von Herzen Danke zu sagen – für Ihre Unterstützung, Ihr Vertrauen, Ihre Zeit, Ihre Kraft und Ihr Mitgefühl.

Ganz herzlichen Dank.